Kaffee-Fahrt geplatzt - Landratsamt und Polizei warnten vor dubiosen Abzockern

Reiner Wein statt Kaffeef neuIn einer gemeinsamen Aktion haben das Landratsamt und die Polizei-Inspektion (PI) Landshut eine dubiose Kaffee-Fahrt verhindert: Um 5.45 Uhr haben am Mittwoch Mitarbeiter der beiden Behörden die ersten Bürger am Hauptbahnhof Landshut gewarnt.

Es ging um höchst fragwürdige Praktiken einer in Norddeutschland ansässigen Firma, welche die Frauen und Männer zu einer Busfahrt animieren wollte: Das Ziel war eine Verkaufs-Veranstaltung ins tschechische Vimperk (Winterberg) bei Prachatitz, rund 20 Kilometer östlich der bayerischen Landesgrenze.

Aber weder Reiseziel noch die Verkaufs-Veranstaltung waren offenbar im Vorfeld bekanntgegeben worden. Eine ganze Reihe von meist älteren Bürgern im Landshuter Raum hatten Schreiben erhalten, in denen ihnen ein Gewinn in Höhe von mehreren hundert Euro versprochen worden ist – der Betrag werde „bar ausbezahlt“.

Auch ein „Taxi-Gutschein im Wert von zehn Euro“ und ein Handy im Wert von 265 Euro sollte angeblich auf verschiedene Teilnehmer einer solchen Kaffee-Fahrt warten, wie Bürger erzählten, die in der Dunkelheit auf den Bus warteten. Und als Ziel der Fahrt war einer Bürgerin, die nachgefragt hatte, Landau an der Isar angegeben worden.

Was auch immer den potentiellen Teilnehmern im einzelnen versprochen wird – die seriös aufgemachten Schreiben gaukeln den Adressaten Geschenke und Wohltaten vor, die in Wirklichkeit nie im Angebot solcher dubioser Firmen stehen, wie Polizisten und Landratsamts-Mitarbeiter den Bürgern darlegten: Stattdessen finden sich Teilnehmer an derartigen sogenannten Kaffee-Fahrten in Verkaufs-Veranstaltungen wieder, bei denen psychologisch geschulte Verkäufer Wunder-Ampullen gegen das vorzeitige Altern, Wellness-Produkte, Kochtöpfe oder die schon legendären Heizdecken an Mann oder Frau bringen wollen.

Nachdem Josef Hiergeist vom Ordnungsamt des Landratsamts und Stefan Scheibenzuber von der PI Landshut den sechs Frauen und Männern am Busbahnhof reinen Wein eingeschenkt hatten über die angeblich gemütliche Kaffee-Fahrt mit Gewinnauschüttung, verließen alle Bürger den Bus. Dasselbe passierte an den Haltestellen Essenbach und Ergoldsbach.

Die PI Landshut hatte unterdessen ihre Kollegen der Polizeidienststellen in Dingolfing, in Landau und Deggendorf informiert. Über Deggendorf sollte der Bus dann nach Südböhmen fahren. Auch mit Kollegen in der Tschechischen Republik, im Bezirk Prachatitz, hatte die Landshuter Polizei daher Kontakt aufgenommen und erste Maßnahmen abgestimmt.

Solche Maßnahmen waren freilich nicht mehr nötig: Die Veranstalter der Kaffee-Fahrt bliesen die Tour offenbar noch vor Erreichen der nächsten geplanten Haltestelle am Bahnhof Dingolfing ab – für dieses Mal jedenfalls.

Diesmal hatten die Behörden, das heißt: Landratsamt und Polizei Landshut, einen durchschlagenden Erfolg bei ihren Bemühungen, oft einschlägig bekannte Firmen daran zu hindern, ältere Mitbürger abzuzocken. „Das ist vor allem auch der Mithilfe der Landshuter Medien zu verdanken, der Landshuter Zeitung, dem Landshuter Wochenblatt, Radio Trausnitz, dem  Regionalfernsehen Landshut sowie dem Bayerischen Rundfunk“, betont Landratsamts-Sprecher Elmar Stöttner.
Die Printmedien und Sender hatten, auch über ihre Internet-Seiten, Warnungen des Landratsamts veröffentlicht oder eigene Berichte gebracht: Im Vorfeld einer Postwurf-Aktion einer dieser dubiosen Kaffee-Fahrten-Veranstalter hatten sich daher auch eine ganze Reihe von Bürgern an Landratsamt und Polizei gewandt und nachgefragt, ob Schreiben, die sie erhalten hatten, von solchen Firmen stammen.

Entsprechend gering war auch die Zahl der Bürger, die diesmal auf den von einer norddeutschen Firma gecharterten Reisebus warteten – einmal sechs, einmal drei und an einer weiteren Haltestelle gerade einmal zwei Personen. Die aktuelle Berichterstattung in den regionalen Medien war an ihnen vorübergegangen, wie sich aus ihren Schilderungen ergab: Aber auch sie hatten nach der Aufklärung durch Polizei und Landratsamt keine Lust mehr auf eine vermeintlich kurzweilige Kaffeefahrt.

Polizei und Landratsamt appellieren an die Bürger, auch künftig dubiose Einladungen und „Gewinnmitteilungen“ weiterzureichen an das Ordnungsamt am Landratsamt Landshut, Veldener Straße 15, 84036 Landshut, E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!. Telefonische Hinweise nehmen insbesondere auch entgegen: Josef Hiergeist im Landratsamt Landshut (Telefon 0871/408-1333) und Stefan Scheibenzuber von der Polizei-Inspektion (PI) Landshut, Telefon 0871/9252-3100.

Bildtext. Am Busbahnhof beim Landshuter Hauptbahnhof haben am frühen Mittwoch morgen Mitarbeiter des Landratsamts Landshut und der Polizei-Inspektion Landshut potentielle Teilnehmer einer Kaffee-Fahrt vor Abzocke durch unseriöse Firmen gewarnt. Daraufhin verließen alle sechs Personen, die zusteigen wollten, den von einer Firma aus Niedersachsen gecharterten Bus, der daraufhin weitere Haltestellen im Landkreis Landshut anfuhr.

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